Wie Softwareunternehmen mit B2B Leadgenerierung starten

Viele Softwareunternehmen wachsen jahrelang ohne strukturierte Leadgenerierung. Empfehlungen funktionieren, Bestandskunden kaufen nach, gelegentlich kommt ein Auftrag über LinkedIn. Das Geschäft läuft, aber niemand weiß genau warum, und niemand kann es gezielt wiederholen. Wenn dann auf einmal ein Strukturwandel wie die KI auf uns zukommt und Unternehmen darin verunsichert, ob sie überhaupt noch Standardsoftware brauchen, entstehen lange Entscheidungswege und leere Vertriebspipelines, insbesondere in der Softwarebranche.

Genau das ist das Problem.

Das Zufallsprinzip hat ein Skalierungsproblem

Solange ein Unternehmen wächst, stellt niemand die Frage, woher die nächsten Kunden kommen. Erst wenn das Wachstum stagniert oder ein Schlüsselkunde abspringt, wird klar: Es gibt keinen Prozess, der zuverlässig neue Kontakte erzeugt.

Dann beginnt die Suche nach einer Lösung. Und die erste Frage, die dabei fast immer auftaucht, lautet: Wo fängt man eigentlich an?

Die ehrliche Antwort: nicht bei der Technologie, nicht beim CRM, nicht bei der Frage welcher Kanal gerade trendet. Sie beginnt mit einer Bestandsaufnahme dessen, was bereits existiert, und was davon tatsächlich wiederholbar ist.

Was „systematisch“ in der Praxis bedeutet

Systematische Leadgenerierung bedeutet nicht, dass jeden Monat hundert Leads ins CRM fließen. Es bedeutet, dass der Weg vom ersten Kontakt bis zum Gespräch dokumentiert und steuerbar ist.

Das Grundproblem: B2B Leads kaufen komplexere Softwareprodukte wie z.B. ERP-Systeme oder CMS-Lösungen nicht innerhalb von Wochen. Sie brauchen mitunter Jahre, bis sie zum Kunden werden. Wenn man sie aber mit einem Funnel nur 3-5 mal kontaktiert oder direkt den Vertriebler einschaltet, funktionieren die Leads nicht. Sie müssen erst mit komplexeren Funnels – die wir auch gern Leadsysteme nennen – bearbeitet werden. Solche Systeme begleiten die Leads auch mal über 24 Monate!

Das macht aber durchaus Sinn, denn wenn man sich überlegt, dass ein Unternehmen im Jahr 1000 Leads generiert, von denen dann 10 zu Gesprächen innerhalb der ersten 2-3 Wochen führen und der Rest wird nicht weiter bearbeitet, landen 990 Leads im Mülleimer. Wenn man aber die Leads weiterentwickelt, zeigen sowohl Studien als auch unsere Erfahrungen, dass wir innerhalb der nächsten Jahre 15-20% zu Gesprächen bewegen, also 150-200 Leads, anstatt nur 10. Damit können wir das Potential der Leads verfünfzehnfachen!

Diese Rechnung klingt simpel. Aber die meisten Unternehmen haben nicht einmal eine Antwort auf die Frage: Aus wie vielen Leads entsteht derzeit ein qualifiziertes Gespräch?

Der häufigste Fehler beim Start

Der typische Fehler ist nicht, dass zu wenig Leads generiert werden. Er liegt darin, dass Leads generiert werden, ohne zu wissen, was danach passiert.

Ein Whitepaper-Download, eine Webinaranmeldung, eine Kontaktanfrage über LinkedIn: All das sind potenzielle Einstiege. Aber wenn kein Prozess definiert ist, der aus einem Download ein Gespräch macht, landet der Kontakt im CRM und bleibt dort.

Viele Unternehmen haben dieses Problem nicht, weil ihre Leadquellen schlecht sind. Sie haben es, weil zwischen dem ersten Kontakt und dem Vertriebsgespräch eine Lücke klafft, die niemand schließt.

Welche Leadquellen für Softwareunternehmen funktionieren

Es gibt keine universelle Antwort, aber es gibt Muster. Whitepaper und Marktüberblicke funktionieren besonders gut, wenn die Zielgruppe aktiv nach Orientierung sucht, also typischerweise in frühen Evaluierungsphasen. Webinare erzeugen nicht nur Leads, sondern auch Vertrauen, weil der Anbieter sichtbar Kompetenz zeigt.

Das entscheidende Kriterium ist nicht der Kanal. Es ist die Frage, ob der Inhalt zum Kaufprozess der Zielgruppe passt.

Wer Entscheider in mittelständischen Unternehmen erreichen will, die eine neue Softwarelösung evaluieren, braucht andere Inhalte als jemand, der Entwickler für ein API-Produkt gewinnen will. Das klingt offensichtlich, wird aber erstaunlich selten konsequent umgesetzt.

Was zuerst gebaut werden sollte

Bevor ein Unternehmen in Reichweite investiert, braucht es zwei Dinge: einen Einstiegsinhalt, der ein konkretes Problem der Zielgruppe adressiert, und einen definierten nächsten Schritt nach dem Download oder der Anmeldung.

Der Einstiegsinhalt muss kein aufwändiges Werk sein. Ein 8-seitiger Marktüberblick, der drei konkrete Fragen beantwortet, die ein Entscheider beim Softwarekauf hat, ist mehr wert als ein 40-seitiges Dokument, das niemand liest.

Der nächste Schritt ist noch wichtiger. Ob das eine automatisierte E-Mail-Sequenz ist, ein manueller Anruf oder eine Einladung zu einem Gespräch: Wer diesen Schritt nicht definiert, überlässt es dem Zufall, ob aus einem Lead irgendwann ein Kunde wird.

Der Unterschied zwischen Aktivität und System

Viele Unternehmen betreiben Leadgenerierung als Aktivität. Sie erstellen Inhalte, wenn Zeit ist. Sie schalten Anzeigen, wenn Budget vorhanden ist. Sie führen Gespräche, wenn jemand fragt.

Das ist kein System. Es ist eine Sammlung von Einzelmaßnahmen.

Ein System entsteht, wenn jede Maßnahme in eine Logik eingebettet ist: Wer ist die Zielgruppe, was ist ihr Problem, welchen Inhalt bekommen sie in welchem Moment, und was passiert danach. Das muss nicht komplex sein. Aber es muss konsistent sein.

Welcher Teil dieses Prozesses fehlt in deinem Unternehmen gerade am deutlichsten: die Reichweite, der Inhalt, oder das, was nach dem ersten Kontakt passiert?

Leads sind da – aber sie bewegen sich nicht weiter

Nicht vergessen ; )

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